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12.März 2016

… alles schon vorbei?

Ohne Kündigung, ohne Abschied, ohne eine Kontaktadresse!

Seit 5 Tagen kein Eichhörnchen mehr gehört oder gesehen.

Das war der letzte Blick, den wir erhaschen konnten.
Am Tag darauf hörten wir sie noch übers Dach trappeln und miteinander spielen.
Und dann – wie abgeschnitten.

Ein trauriges SORRY! an unsere Ostergäste, mit denen wir uns die Freude gerne noch geteilt hätten.

Nachdem ich das Eichhörnchen-Junge zum ersten Mal entdeckt hatte, habe ich nach Informationen über die Lebensweise der niedlichen Tiere gesucht, um einschätzen zu können, was uns noch erwartet. Gefunden habe ich dann dieses:

Sechs Wochen nach der Geburt unternehmen die Jungen mit ihrer Mutter die ersten Schritte außerhalb des Kobels. Nach acht bis zehn Wochen werden die Nesthocker nicht mehr gesäugt und suchen selbständig ihre Nahrung – am liebsten Nüsse, Beeren, Bucheckern, Pilze oder Fichtenzapfen.

Hier bin ich also davon ausgegangen, dass “mein Kleines” sechs bis acht Wochen alt sein könnte.

 

Weiter hieß es dann:

Sie bleiben noch bis zu vier Monaten mit der Mutter und untereinander zusammen. Entdeckungstouren finden zu der Zeit immer in der Nähe des Nestes statt und die Eichhörnchenmutter ist bei Gefahr sofort zur Stelle, um die Kinder in ihrem Maul in Sicherheit zu bringen.

Diese Aussage führte dazu, dass ich mich noch auf eine lange Zeit freute, in der ich das Treiben der Eichhörnchen würde beobachten können.

Mit ca. 3 – 4 Monaten können sich die Tiere selbstständig ernähren und werden dann von der Mutter vertrieben. Die Jungtiere bleiben noch einige Monate in der Nähe des mütterlichen Nestes und suchen sich ein eigenes Gebiet in der Nähe des Geburtsortes. Manchmal leben die Tiere sogar monatelang noch “Tür an Tür”.
Allerdings kommt es auch nicht selten vor, dass die Mutter mit den selbständigen Jungen einige Zeit das Nest noch gemeinsam nutzt, bis sich die Jungen selbst mit einer Behausung ausgestattet haben.

Wenn man dann noch dieses liest, rechnet man doch sicher nicht damit, dass die Freude “mittendrin” so aprupt endet!!!

 

Etwa 80 Prozent der Jungtiere überleben das erste Jahr nicht!
Die kleinen Eichhörnchen haben eine Menge natürlicher Feinde. Baummarder, Wiesel, Wild- oder Hauskatzen sowie Habichte, Mäusebussarde und Eulen haben es auf die Nager abgesehen. Sehr viele Nester werden von Krähen geräubert, die die Eichhörnchen an ihre Brut verfüttern. Auch Elstern und gelegentlich Eichelhäher fressen die Jungtiere.

Hilfe! hilfe! Wenn ich das nun wieder lese, hoffe ich doch, dass “meine” Eichhörnchen einfach nur in einen schöneren Kobel umgezogen sind, auch wenn ich sie gerne noch vor meinem Fenster beheimatet hätte.

Krähen und Elstern auch Wiesel und Bussarde gibt es hier reichlich. Ich möchte mir nicht vorstellen, dass sie unserer Freude ein Ende bereitet haben.