15.Oktober 2009

… war das nicht, der Mittwoch in der letzten letzte Woche.

Es war sehr warm und es lag viel Feuchtigkeit in der Luft.

Zum Mittagessen gab es Kribbelschen.

In meinem Kartoffelsack fand ich dieses Exemplar, das leider auch über die Reibe musste.

Dazu gab es Reisbrei und geschmorte Äpfel.

Soweit war alles noch in Ordnung.

Das Essen war gelungen und hat geschmeckt, es war gespült und ich habe die, bei der Zubereitung entstandenen biologischen Abfälle (reichlich besucht von Fruchtfliegen), in den Kompost entsorgt. Nun wollte ich mich gestärkt an den Schreibtisch setzen, um meine Vorbereitungen für den nächsten Arbeitstag in Angriff zu nehmen.
Um dabei einen klaren Kopf zu haben, wollte ich die Fenster öffnen, was ich aber sehr schnell bleiben ließ, als ich durch die Scheibe blickte.
Auf der Fensterbank und an der Glasscheibe tummelten sich unzählig viele Marienkäfer, die sicherlich ins Zimmer geflogen wären, hätte ich das Fenster geöffnet. Da dieses Bild, das sich mir bot , nicht alltäglich war, wollte ich es natürlich fotografisch einfangen. Mein Bemühen, durch die Scheibe zu knipsen, gab ich schnell auf, weil mir einfiel, dass ich vom Balkon aus sicherlich einen besseren Blick auf die Fensterbank haben müsste.

Also – raus auf den Balkon.

Was sich mir dort bot, war extrem. Nachdem ich den ganzen Sommer über in meinem Garten vergeblich nach den im Vorjahr zahlreich vorhandenen Marienkäfern (in allen Entwicklungsstadien) gesucht hatte, war ich, kaum dass ich draußen war, umgeben von geräuschvoll umherfliegenden schwarzen, roten und orangenen Käferchen mit unterschiedlich vielen Punkten. Es war mir kaum möglich zu fotografieren. Die Tierchen setzten sich auf meinen Fotoapparat, auf mein leuchtend blaues Kleid, krochen allerdings auch hinein, verfingen sich in meinem Haar und strömten natürlich dabei ihren nicht sehr angenehmen “Duft”-stoff aus. Es war für mich einerseits kaum auszuhalten, andererseits war ich fasziniert von dem Schauspiel. Die weiße Hauswand war übersät von Marienkäfern aller Arten, aber auch in meinen Kakteen tummelten sie sich, was sich als schönes Fotomotiv bot. Irgendwann aber fühlte ich mich dann wie in Hitchcocks Film “Die Vögel” und floh mit einem Schauern in die Küche, aber nicht ohne sicher zu gehen, dass kein Tier mehr in meinen Haaren oder meiner Kleidung steckte.

In der Küche gab es mir dann den Rest. All die Fruchtfliegen, die zuvor auf den Abfällen gesessen hatten, waren wohl so frei auch noch die Verwandtschaft einzuladen und haben in Wolken meine Küche in Beschlag genommen. Am liebsten wäre ich weggelaufen. Da aber meine Essensreste zum Abkühlen noch in der Küche standen, wollte ich sie schnellstens wegräumen und vor dem Ungeziefer bewahren, was natürlich schon ein wenig zu spät war. Ich nahm also die Schüssel mit den Schmoräpfeln, die von Fliegen umlauert war und klopfte sie auf den Tisch, um die lästigen Biester so zu vertreiben. Es war wohl etwas zu heftig, denn der noch lauwarme Zucker-Zimt-Saft spritzte hoch und landete in meinem Gesicht und auf meinem Kleid.

Darum schnellstens ins Bad, Brille, Gesicht und Kleid säubern. Hierbei musste ich dann feststellen, dass ich mir im Eifer der Käfer-Foto-Session einen Kaktusstachel in den Kopf gerammt hatte. Einen ziemlich großen Stachel, in die Stirn , gerade so am Haaransatz. Mit einer Pinzette versuchte ich ihn zu entfernen, was mir bei der Größe des Stachels nicht allzu schwierig erschien. Doch leider brach er ab und das, was drin stecken blieb, wollte und wollte nicht heraus. So puhlte und stocherte ich so lange, bis mir die Wunde eingfach zu groß wurde, ohne dass ich erfolgreich gewesen wäre. Also ließ ich den Stachel dort wo er war, in der Hoffnung, dass er sich irgendwann selbst entfernt. Die Wunde ist inzwischen abgeheilt, ob der Stachel draußen ist, kann ich nicht sagen.

So, nun hab ich genug erzählt, jetzt kommen noch ein paar der unter diesen Umständen geschossenen Fotos.



17 Kommentare

  1. 1
    donvanone 

    Ja wow, da hat sich der Stachel doch gelohnt.
    Aber hast du denn kein Bild, wo man die Menge der Käfer sehen kann (bis auf dieses eine von der Hauswand, aber da sind es ja nicht ganz so viele, ich hab mir das (da ich davon vor kurzem erst gelesen hatte) ungefähr so vorgestellt…)?
    Und wie bist du die Fruchtfliegen wieder losgeworden? Ich saug die ja immer ein (mit dem Staubsauger natürlich, nicht mit dem Mund), aber vielleicht gibts da ja noch geschicktere Lösungen…

  2. 2
    donvanone 

    Hm, liegt das nur an meinen Augen, oder ist der Link in meinem Kommentar (“so”) kaum zu erkennen. Soll ich deine Linkfarbe mal von dunkelblau auf dieses Grün von den Trennlinien hier ändern?

  3. 3
    donvanone 

    Oh, nochmal ich. Wenn man den verlinkten Artikel der BILD ganz durchliest, merkt man schnell, dass auch das bei dir keine normalen “Glückskäfer” sondern “Killerkäfer” waren, also die asiatischen Marienkäfer (von der BILD auch mal Kannibalen-Käfer genannt)

  4. guckma
    4
    guckma 

    Ich habe auch schon gemerkt, dass die verlinkten Wörter nicht sehr gut zu erkennen sind, daher habe ich sie fett geschrieben und unterstrichen. Dass die meisten dieser Käfer “Asiatische” Marienkäfer waren, wusste ich schon und Gott-sei-Dank sah meine Hauswand nicht so aus wie der Strandkorb in der Bildzeitung. Wenn mal mehrere “Killer” gleichzeitig an einer Stelle saßen, hat mein Objektiv gestreikt (ist “repariert” und funktioniert immer noch nicht), aber es sind ja immerhin 6 Käferchen auf diesem kleinen Stück Wand. Hätte ich die komplette Wand fotografiert, wären die Tiere nicht mehr zu erkennen gewesen. Die Käfer waren auch sehr unruhig und nur wenige hatten für den Fototermin stille gehalten. Das Ganze hat übrigens auch nicht lange angehalten, wenige Stunden später war draußen nicht mal mehr die Spur eines Käfers zu finden. Einen Tag später sah ich aber noch einmal Reste eines Schwarmes beim Bendorfer Aldi auf der Fensterbank.

  5. guckma
    5
    guckma 

    Ach noch zu den Fruchtfliegen, ich wollte es nicht sagen, aber ich mache es genau so wie du. Der Anfang war schnell erledigt, die Menge also rasant reduziert, nur für die hartnäckigen, vereinzelten Biester musste der Staubsauger permanent einsatzbereit in der Küche verbleiben. Eine bessere Methode kenne ich leider auch nicht.

  6. 6
    donvanone 

    Ok, dann die Frage: Soll ich Links grün machen, oder fett und unterstrichen (also dann automatisch, brauchst du es nicht mehr machen)? Oder beides zusammen? Oder eine andere Kombination? Oder was ganz anderes?

  7. guckma
    7
    guckma 

    Wenn du so fragst, mach sie grün, fett und unterstrichen. Danke! Obwohl, wenn sie grün sind, fallen sie bei meinem grünen Hintergrund nicht so auf, probiers trotzdem mal. Ansonsten vielleicht lieber komplimentäres Rot?

  8. 8
    donvanone 

    Guck ma

  9. guckma
    9
    guckma 

    Ich gucke!

    Zum Beispiel hier.
    Jo, man kann es sehen, gut so!

  10. guckma
    10
    guckma 

    So wie es aussieht, sind die Käfer auf meinen Fotos durch die Bank Asiatische Marienkäfer, denn ein wichtiges Merkmal ist das schwarze ‘M’ auf dem weißen Halsschild, das zwar nicht immer vorhanden sein muß, hier aber deutlich zu erkennen ist.

  11. 11
    Babba 

    Das ist ja die reinste Horrorgeschichte! Der wunderschönen Bilder wegen hat sich jedoch dein Wagemut gelohnt.
    Ein Bild hätte mich noch ganz besonders interessiert.
    – Zucker-Zimt-Saft im Gesicht und Stachel in der Stirn!
    Da wäre doch mal wieder Dons Geschick gefragt. :)
    Bitte, bitte, bitte!

  12. guckma
    12
    guckma 

    Babba, ich muss feststellen, du bist ziemlich Genuss-süchtig oder ist es Schadenfreude, die dich auf ein solches Foto hoffen läßt?

  13. 13
    Babba 

    Nööö!
    Dabei handelt es sich weder um Genusssucht noch um Schadenfreude, eher sogar um Bedauern.
    Du hast diese Situation so präzise dargestellt, dass ich mir geistig ein sehr gutes Bild davon machen kann. Aber eben nur geistig.
    Das ist in etwa so, wie wenn du mir von La Reunion erzählst und ich mir im Kopf ein Bild davon machen muss. Es ist doch sehr viel interessanter Bilder mit den Augen wahrzunehmen geschweige denn sie vorort live erfahren zu haben.
    Dies ist aber nur ein Grund, weshalb ich an Mehr interessiert bin. Ein anderer ist reine Neugier, ob mein geistiges Bild mich trügt, oder ob es mit der Realität, also einer visuellen Wahrnehmung wenigstens in etwa entspricht.
    Möglich, dass ich beim Vergleichen ein wenig erheitert würde, aber dies wäre lediglich der Bestätigung einer Übereinstimmung wegen.
    Sunschd wä iwwerhaubt nix!!! :)

  14. guckma
    14
    guckma 

    Dann muss ich dich leider enttäuschen. Die Stelle, wo der Stachel saß (sitzt? – ich habe das Gefühl, da steckt immer noch was drin) ist zwar immer noch deutlich zu sehen und zu spüren, doch wenn ich jetzt versuchen würde, die Szene nachzustellen, wäre sie halt nur nachgespielt. Meinen Gesichtsausdruck und das beklemmende Gefühl, was dazu beigetragen hatte, kann ich leider nicht mehr reproduzieren, da helfen auch Dons fotografischen Fähigkeiten nicht weiter. Also sorry!

  15. 15
    Babba 

    Ich dachte da eigentlich eher an eine PC-Bildbearbeitungsprogrammtechnische Rekonstruktion des Falles.
    - Ach, wenn ich könnte, – ich würde!
    Und dann noch die vielen Marienkäferchen und Fliegen… – reif für die Horrorpicturesshow.
    - Aber das mit dem Stachel solltest du nicht auf die leichte Schulder nehmen!

  16. guckma
    16
    guckma 

    @ Baba: Ich behalte den Stachel im Auge (haha) aber für den Rest müsste sich dann schon Don erwärmen.

  1. [...] all die vielen Käferchen, [...]

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