19.November 2008

im Elsternnest gefunden

leer  stehende  Wohnung  geräumt !

Baut eine Elster ein solches Nest?
Oder hat hier später ein anderer kleiner Vogel noch sein Wohnheim nachgerüstet?

4 Kommentare

  1. 1
    Rp 

    Gold und Gefunkel kann man laut Elstern: Bestand in Deutschland, Jagd, Schaden eher nicht erwarten. Dort kann man auch einiges über Elsternnester nachlesen …
    Für mich neu war, dass Elsternnester tatsächlich von anderen Vogelarten wie Waldohreule, Turmfalke und Baumfalke als Nistplatz benötigt werden.

    Das Birkenstück auf dem das Nest in Szene gesetzt ist hat doch bestimmt auch einen neuen Platz gefunden :-)

  2. guckma
    2
    guckma 

    @ Ro: vielen Dank für die Info. Ich hab das schon irgendwann mal gehört, dass verschiedene Nester von unterschiedlichen Vögeln nachgemietet werden. Momentan gibt es hier in unserer Umgebung extrem viele Elstern und dadurch ist der Besuch von vielen kleineren Vögeln im Garten stark zurück gegangen. In diesem Elsternnest, das wohl vom letzten Jahr noch im Baum war (hatte es allerdings in der Bauphase und beim Erstbezug nicht bemerkt) hielten sich in diesem Jahr kleinere Vögel auf, allerdings keiner von den oben genannten. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob es Amseln waren, da sich auch Gartenrotschwänzchen und Meisen hin und wieder blicken ließen und dieses Nest gut versteckt, sehr weit oben im Baum angebracht war. Jedenfalls war ich froh darüber, dass das Elsternnest von diesen Plünderern nicht mehr bewohnt war, obwohl mir diese Vögel von ihrem Erscheinungsbild sehr gut gefallen. Die Birkenstücke wurden alle in kurze Stücke gesägt, (auch das auf dem Foto abgelichtete) und säuberlich für spätere Verwendungszwecke (Deko und Gartenbau) aufgestapelt. Das Nest wurde entsorgt, im Baum hätte man es nicht mehr so geschickt anbringen können und am Boden würde es wohl kein anderer Vogel mehr nutzen. Hab aber auch von den Birkenreisern wieder ganz viel im Garten aufgehäuft, als neues Baumaterial für Gartentiere jeder Art.

  3. 3
    Babba 

    Ja, ich würde schon sagen, dass es sich um ein Elsternnest handelt, allerdings fehlt da etwas. Nämlich der Überbau des Nestes, damit das Gelege auch vor Feinden (Raubvögel) von oben gesichert ist. Dass in dem Nest andere Vögel gebrütet haben, wage ich zu bezweifeln, da zu beobachten ist, dass Elstern, auch noch nachfolgende Generationen, gelegentlicht zu diesem Nistplatz zurückkehren.
    Auch ich habe mich in der Vergangenheit mit der Überpopulation der Elstern befasst und meinem Komentar einen Schriftverkehr dazu beigefügt. Schade, dass du das Nest entsorgt hast. Ich kenne jemand naturbegeisterten, der solche Sachen sammelt.
    Schriftverkehr:
    Sehr geehrter Herr van Gyseghem,
    vielen herzlichen Dank für Ihre prompte und sehr aufschlussreiche Antwort auf meine Anfrage! Ja, es geht schon zu Herzen zusehen zu müssen, wie Vogeleltern ihrer Brut beraubt werden. Dies konnte ich in den letzten Tagen und Wochen sehr genau beobachten. Steht doch direkt vor meinem Schreibtischfenster eine ca 20 Jahre alte Serbische Fichte, in die sicht ein Amsel- und ein Grünfinkpäärchen eingenistet hatten. Nur zu dumm, dass in Sichtweite, im Abstand von etwa 70-80m, eine Tanne steht, auf der sich die schwarz-weißen Räuber häuslich niedergelassen haben. In Erwartung der grausamen Folge, richtete ich des öfteren mein Augenmerk auf das Geschehen. Zuerst wurde das Amselnest geräumt, die Eltern flogen ohne jede Verteidigung davon und schienen kurze Zeit ratlos, bis sie in einer Bergkiefer direkt an unserem Haus, ca. 10m von der alten Brutstette entfernt, erneut ein Nest bauten. Zuerst schien im dichten Efeugeschlinge das Nest sicher zu sein, das Weibchen brütete auch fleißig die Eier, doch nach einigen Tagen war kein Lebenszeichen von dort mehr zu erkennen. Meine Wut auf den wunderschönen Rabenvogel stieg so sehr, ja, ich hätte am liebsten …, na, dann lieber doch nicht. Denn das Nest war wieder einmal, wie es so schön heißt: ,,für die Katz – muss hier aber heißen für die Elster, gebaut. Sehr geehrter Herr van Gyseghem, bleibt mir nur zu hoffen, dass, so wie Sie es beschreiben, die Natur selbst regelnd eingreift; außerdem habe ich ja auch noch die Freude an einem Kohlmeisen- und Blaumeisenpaar, das sicher in meinen aufgehängten Nisthilfen wohnt; und das Rotschwanzpaar zeigt auch wieder Interesse am alten geschützten Nistort.

    Mit freundlichen Grüßen
    H B

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: Gyseghem van, Roland [mailto:R.Gyseghem@PFALZMUSEUM.BV-PFALZ.de]
    Gesendet: Freitag, 16. Mai 2008 09:01
    An: xxxxxxxx@gmx.de
    Betreff: Amseln, Ihre mail vom 12.05.08

    Sehr geehrter Herr Bxxxxx,

    es freut uns, daß Sie sich für den Erhalt der Artenvielfalt -hier in Form der Amseln und ihres Gesanges- einsetzen wollen. Daß nestplündernde Elstern dem im Wege stehen ist bislang nicht erwiesen: Die Singvögel legen nach dem Brutraub meist nach. Elstern sind wie alle Rabenvögel Opportunisten, nehmen also dort wo’s am einfachsten geht, wo am meisten ist. Geht die Amselpopulation deutlich zurück, lassen die Rabenvögel auch mit den Attacken nach, weil das Suchen uneffektiv wird.
    Gerade Amseln, die früher als typische Waldvögel galten, erhielten durch den Trend, Hausgärten als “Englische Rasen” zu gestalten offensichtlich bessere Jagdgebiete und haben sich so zu Kulturfolgern entwickelt. Insofern haben wir also auch den Elstern ihre Beute aus dem Wald in die Hausgärten gelockt und wundern uns, daß die Elstern hinterher kommen.
    Ähnlich ihren “großen Kollegen” schrecken übrigens auch Amseln kaum davor zurück, auch Wirbeltiere zu fressen. Amseln sind also mit dabei Buch- und Grünfinkenbruten zu plündern und dürften neben Katzen die nächstgrößere Plage für unsere Eidechsenbestände sein; wenn sie auch noch so schön singen können.
    Auch wenn wir Menschen immer wieder glauben, wir könnten gezielt, sinnvoll regelnd in die Naturkreisläufe eingreifen, wir können es nicht, es sei denn wir ziehen uns selber zurück.

    Mit freundlichem Gruß

    Dipl.-Biol.Roland van Gyseghem
    Abt.-Leiter Zoologie

  4. guckma
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    guckma 

    @ Babba: danke für die ausführliche Information. Das Nest auf dem Foto ist schon genau so, wie es vom Baum herunter gekommen ist. Weiß also nicht, ob es je einen Überbau hatte, oder ob der eventuell durch Sturm oder andere Gegebenheiten inzwischen gelitten hat. Wie gesagt, in diesem Jahr hat meines Wissens ja keine Elster mehr darin gebrütet

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